Kategorie: Weihnacht

  • Das Christkind

    Christkindl

    Das Christkind wohnt da oben, ganz oben im Sternenwald. In diesem wunderbar leuchtenden Wald gibt es ein Sternenhäuschen. Da ist das Christkind zu Hause. Gleich neben dem Sternenwald gibt es den Schneewald mit dem Schneeflockenhaus. Es ist das Haus vom Weihnachtsmann. Das Christkind und der Weihnachtsmann arbeiten eng zusammen und haben viel Spaß. Der Weihnachtsmann macht die Geschenke und das Christkind mit den großen, weißen Flügel und dem lockigen Haar, bringt die Geschenke zu den Kindern. Für jedes Kind bringt das Christkind auch einen Weihnachtsbaum, geschmückt mit Kugeln, Sternen, kleinen Figuren, Schokolade.

    Kugel

    Unter dem Weihnachtsbaum legt es dann die Geschenke hin. Das Christkind fliegt ganz schnell und niemand hat es je richtig gesehen. Aber wir spüren es: ein Lichtstrahl, ein Windhauch, ein Funken, ein Flattern …

    Wir warten und hören ein helles Glöckchen. Oh ja jetzt war es da, das Christkind. Wir gehen in den Raum. Ganz still ist es. Der Baum leuchtet. Unsere Augen leuchten. Unsere Augen schimmern. Für einen kleinen Moment umhüllt uns dieses Wunder. Danke, liebes Christkind. Danke lieber Weihnachtsmann.

    Weihnachtsbaum

    Geschenke

    Geschenke

    Geschenke

    Geschenke

    Feuerwehrauto

    Geschenke

  • Sprühender Tannenbaum, schlaftrunkenes Silvester

    Christbaum

    Es ist ja Felix zweites Weihnachten. Vor einem Jahr war er grad einmal 20 Tage auf dieser Welt. Ja, ja – vor einem Jahr – da war Felix unser Weihnachten und Silvester. Somit war das diesjährige Weihnachtsfest das erste, wo er ganz große Augen bekommen hat, als er den güldenen, kerzenlichterfrohen, sternenspritzenden Tannenbaum erblickte. Das Christkind hat mit dem Glöckchen zuvor geläutet. Gesehen haben wir es jedoch nicht. Rita hat mit uns dieses Weihnachtsfest gefeiert. Das Christkind hat das auch gewusst, denn unter dem Baum waren auch Geschenke für Rita. Für Ixi hat das Christkind schwer geschleppt: ein Herd und kleines Kochgeschirr hat es angeflogen, eine singende Sonnenblume, viele bunte Malstifte und einen Hampelmann.

    Geschenke

    Zu Silvester waren wir dieses Jahr alle drei wach. Ixi ist fast um Punkt 12 Uhr ganz fridlich aufgewacht. So saßen wir drei in Ixis Bett und lauschten dem Feuerwerk, küssten uns und schliefen dann einfach wieder ein. Schön.

  • Gibt es das Christkind wirklich?

    Weihnacht

    Auf diese Frage wußte auch die achtjährige Virginia O‘Hanlon aus New York keine Antwort. Vor mehr als 100 Jahren, am 20. September 1897, schrieb sie deshalb an die Zeitung „New York Sun“. Die Sache war Chefredakteur Francis P. Church so wichtig, dass er dem kleinen Mädchen selbst antwortete. Der Briefwechsel war bei den Lesern so beliebt, dass er unter dem englischen Originaltitel „Is there a, Santa Claus?“ bis zur Einstellung der Zeitung im Jahr 1950 immer zu Weihnachten auf der Titelseite abgedruckt wurde — und damit zum meist gedruckten Zeitungsartikel aller Zeiten.

    „Ich bin acht Jahre alt. Einige von meinen Freunden sagen, das Christkind gibt es nicht. Bitte, sagen Sie mir die Wahrheit: Gibt es das Christkind? Virginia O‘Hanlon, 115 West Ninety-fifth Street.

    „Virginia, Deine kleinen Freunde haben Unrecht. Sie glauben nur, was sie sehen. Sie glauben, dass es nicht geben kann, was sie mit ihrem kleinen Geist nicht erfassen können. Aller Menschengeist ist klein, ob er nun einem Erwachsenen oder einem Kind gehört. Im Weltall verliert er sich wie ein winziges Insekt. Solcher Ameisenverstand reicht nicht aus, die ganze Wahrheit zu erfassen und zu begreifen. Ja, Virginia, das Christkind gibt es wirklich. So gewiss, wie es Liebe und Großherzigkeit und Treue gibt. Weil es all das gibt, kann unser Leben schön und heiter sein. Wie dunkel wäre die Welt, wenn es kein Christkind gäbe! Es gäbe dann auch keine Virginia, keinen Glauben, keine Poesie, gar nichts, was das Leben erst erträglich machen würde. Nur flackernde Reste an sichtbarem Schönen blieben übrig. Aber das Licht der Kindheit, das die Welt ausstrahlt, müsste verlöschen.
    Es gibt ein Christkind. Sonst könntest Du auch den Märchen nicht glauben. Gewiss, Du könntest Deinen Papa bitten, er solle am Heiligen Abend Leute ausschicken, das Christkind zu fangen. Und keiner von ihnen bekäme das Christkind zu Gesicht — doch was würde das beweisen? Kein Mensch sieht es einfach so. Das beweist gar nichts. Die wichtigsten Dinge bleiben meistens unsichtbar. Die Elfen zum Beispiel, wenn sie auf Mondwiesen tanzen. Trotzdem gibt es sie. All die Wunder zu denken, geschweige sie zu sehen, das vermag nicht der Klügste auf der Welt. Was Du auch siehst, Du siehst nie alles. Du kannst ein Kaleidoskop aufbrechen und nach den schönen Farbfiguren suchen. Du wirst einige bunte Scherben finden, nichts weiter. Warum? Weil es einen Schleier gibt, der die wahre Welt verhüllt, einen Schleier, den nicht einmal alle Gewalt auf der Welt zerreißen kann. Nur Glaube und Poesie und Liebe können ihn lüften. Dann wird die Schönheit und Herrlichkeit dahinter auf einmal. zu erkennen sein.

    ‚Ist das denn auch wahr?‘, kannst Du fragen. Virginia, nichts auf der ganzen Welt ist beständiger. Das Christkind lebt, und es wird ewig leben. Sogar in zehnmal zehntausend Jahren wird es da sein, um Kinder wie Dich und jedes offene Herz mit Freude zu erfüllen. Frohe Weihnacht, Virginia.“

    Quelle Münchner Merkur Freitag, 24. Dezember 1999