Rot wie die Zeit

Rot wie die Zeit

Als ich heute die Augen aufgeschlagen haben und noch so ein bisschen im Bett gelegen bin, hab ich wie so oft in letzter Zeit über die Zeit nachgedacht. Was wäre, hätten unsere Vorahnen nie die Zeit definiert? Es gäbe keine Uhrzeit, keine Kalendertage, keine Jahre, keine Geburtstage … Ich fühl mich seit Ixi bei uns ist in einer zeitlosen Dimension. Es ist so als wäre alles ein ganz langer Tag, der nicht aufhört. Mit Höhen und Tiefen. Längen und Kürzen. Lachen und Weinen. Glück und Unglück. Alles fließt und läuft und bewegt sich. Menschen kommen, Menschen gehen. Alles hat seinen eingenen Rhythmus und ist in Ordnung. Ich genieße es. Wenn ich mich dann wieder auf die Zeit besinne, ja dann bekomme ich gar Angst und Druck. Versäume ich wohl nichts? Was alles hab ich nicht gemacht, was ich mir vorgenommen habe?

Ixi ist noch immer nicht auf dem Damm. Er ist so ganz ganz arm und will immer ganz nah bei mir seine. Das kann er auch der kleine Engel. Der Husten ist anstrengend. Der Schnupfen vestopft die Nase. Und so verbringen wir unsere Zeit mit Kuscheln, im Bett liegen, spielen, Ölwickel, mit Globuli essen, Inhalieren, viel Trinken und schlafen. Er hat keinen Appetit außer auf das „Busi“ und das ist auch OK. Ich bin froh, denn dann brauch ich mir keine Sorgen machen, dass er zuwenig Flüssigkeit zu sich nimmt. Busi stillt auch den Hunger. In der Nacht da schläft Ixi ganz ohne „Busi“ und trotz kranksein durch.

Papa ist heute in München bei einer Besprechung für ein neues interessantes Projekt. Ich denke viel an ihn. Ixi und ich haben beim Frühstück „Daumendrücken“ gespielt und Glück an den Papa verschickt. Hoffentlich ist es zeitgerecht angekommen.
Anlässlich der Erkältung gibt es heute eine starke, frisch und langgekochte Hühnersuppe mit Grießnockerln, die lange nicht so gut wie die von Papa sind. Aber sie sind OK.

Kommentare

2 Kommentare zu „Rot wie die Zeit“

  1. Avatar von Nicola

    hmhm, was von Menschen erdacht, könnte man sich ja einfach wieder wegdenken – so das Zeitsystem. Ich glaube, es gibt für uns immer dann keine Zeit, wenn wir mitten im Jetzt, im Augenblick, im Moment sind. Und trotzdem, die Zeit von Euch zu lesen, zu sehen, sie wurde mir zu lang. So habe ich mit dem Papa ein wunderschönes, mich in allem auf den Stand bringendes Telefonat gehabt, als Ihr beide danieder lagt. Und schau da, am nächsten Tag sogar Postings. Auch ich habe an den Papa in München gedacht. Bald ist er wieder da, Ihr auf dem Weg zu pumperl gesund und ich erfreut von Euch zu hören, lesen, sehen.

  2. Avatar von Selina

    Wie lange war ich denn wohl nicht mehr zu Besuch bei Euch??? Weder hier, noch direkt bei Euch? Und nun sehe ich, dass aus dem kleinen Felix schon ein recht großer Felix geworden ist. Da kann ich Euch nur raten, kuscheln, schmusen, beieinander sein, soooooooooooolange es nur geht!

    Deine feinen, weichen Worte finden den Weg zu mir und werfen auch bei mir Fragen über die Zeit – meine Zeit – auf. Danke für den Impuls!!!

    Vielleicht bis bald?

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