
und schon wieder ein Vollmond. Ui, ui ui … jetzt bin ich ganz erschrocken, als ich sah wann ich den letzten Beitrag geschrieben habe. Da gäbe es ja so viel zu erzählen. Jeder Tag bringt was neues, was erwähnenswertes, was merkwürdige mit sich. Aber wenn Felix am Abend sich seinem Traumland hingibt, bin ich immer so was von müde, so in etwa als ob ich einen Luftballon die Luft raus lasse: so fühle ich mich meistens. Das einzige was ich dann herbeiersehne ist liegen, ruhen ein bisschen plaudern und schlafen. Dafür sind die Tagesbginne immer sehr energievoll. Hat ja auch was.
Felix, unser Felix. Seine Sprache entwickelt sich rasant. Jeder Tag bringt neue Worte. Sätze mit 5 -6 Worte sind normal. Wir können mit ihm schon so eine richtig kleine Konversation führen. Er liebt es zu erzählen und er liebt es, wenn wir ihm etwas erzählen. Am Abend im Bett erzählen wir, bevor das Licht ausgeschaltet wird, den ganzen Tag. Der Anfang ist immer: „Zuerst sind wir aufgewacht. Dann haben wir Guten Morgen gesagt. Dann ist die Mama in die Küche gegangen und hat Frühstück gemacht: Tee für Papa, Milch für Felix und Kaffee für Mama. Ein Brot mit Käse. Dann hat der Felix ein bisschen gespielt. Dann ab ins Bad anziehen: mit Papa Zähne putzen, Mama zieht sich an und Papa. Dann sind wir in die Casa Latina gefahren …“ Ab hier bekommt die Tagesgeschichte dann immer eine individuelle Wendung, je nachdem was wir so unternommen und wen wir getroffen haben. Der Schluss:“Und jetzt sind wir im Bett. Und was machen wir im Bett? Ja – schlafen. Also gute Nacht mein Schatz. Träume schön. Ich träum von …. und du?“ Dann Licht aus. Augen zu. Und zehn Minuten später entspanntes, tiefes Atmen. Und wenn ich ihn dann anschaue, ihm sanft über die Wangen streichle, dann ist es als ob hier ein Engel schläft. Dieses Bündel Energie eingetaucht in sanfester Sanftmut und Umschuld. Es sind solche Momente, die mir viel Kraft verleihen. Diese Momente sind so schön und so friedvoll. Und jeden Tag, wirklich jeden Tag wenn Michael oder ich aus seinem Zimmer kommen, ist der erste Satz: „Na, der ist so was von süss, so ein Schnuggele. Zum Busseln.“
Es ist gerade die ICH, MEIN, FELIX ALLEINE Phase. Er lotet Grenzen aus. Es gibt oft Tage, da könnte man meinen sein Name ist „Nein“. Die Abhilfe ist liebevolles, konsequentes Handeln. Aber das kostet oft wirklich viel viel Kraft und hie und da sind meine Nerven ziemlich strapaziert. Da würde ich ihn am liebsten mal kurz zum Momd schießen – wenn ich das mal so salopp sagen darf. Es gibt Situationen das bekommt er Zornausbrüche und ich Zornausbrüche – und da hilft mir folgendes: also dann sag ich zu Felix: „So, Felix ich bin jetzt ziemlich zornig. Ich brauch jetzt mal Ruhe. 10 Minuten. Ich stell das Glockele (Wecker) und bis das Glockele läutet möcht ich nichts reden. Und du kannst spielen.“ Und es funktioniert. Ich kann mal richtig durchatmen und mich sammeln und er irgendwie auch. Aber immer klappts dann auch nicht.
Jeder Tag bleibt spannend. Jeder Tag ist neu und anders. Nicht nur für Felix, auch für uns.