Kategorie: Gedanken

  • Mein Grosser!

    Ich bin sowas von stolz auf dich! Eben noch hat uns der Abschied vom Kindergarten traurig gemacht, und jetzt hast du bald das erste Schuljahr hinter dich gebracht. Gerade bist du auf Schullandwoche, das zweite Mal bereits ohne Mama und Papa auf Reisen. Du hast deinen Koffer selbst gepackt und bringst hoffentlich auch wieder alles nach Hause. Du stehst auf „Cro“ und deine „Toten Hosen“ und tauchst auch immer noch in deine Hörbücher ein. Zuletzt „Epic“, was auch im Kino ziemlich abgefahren war.

    Und wenn die Kamera an ist bist du immer sofort da und treibst deinen Schabernack.

    Ich liebe dich, du Augenstern!

    bene

  • Felix allein zu Haus

    Unser Felix! Jeden Tag gehts ein Stückchen weiter auf seinem Lebensweg. Jeden Tag heißt es ein bisschen mehr Loslassen, den Kleinen, oh sorry den Großen – eine große Übung, das Loslassen und Gehenlassen. Es ist gut so. Vertrauen und bedingungslose Liebe verbindet uns und stärkt. Wie schon Goethe sagt

    Zwei Dinge sollen Kinder von ihren Eltern bekommen: Wurzeln und Flügel

    Ein Zeichen, wie sehr er in uns vertraut ist die Tatsache, dass er am 28. Mai 2012, der Pfingsmontag, das erste Mal für eine halbe Stunde allein zu Hause blieb. Michael und ich radelten los um frische Brötchen für das Frühstück zu besorgen. Felix meinte nur: “ Kein Problem und ich mache auch keinen Unfug“. Als wir zurückkamen hat er uns beiden ein kleines Überraschungsgeschenk gebastelt und war so stolz. Wir auch!

    Felix, du bist so mutig, so sensibel, so liebevoll, so stark, so sozial, so überraschend – du bist einmalig.

  • Wenn

    Grosser Bub

    Wenn Du mit Deiner viel zu grossen Küchenschürze auf Deinem Hocker in der Küche sitzt und Deiner Mama beim Gemüse schneiden hilfst, wenn Du auf meinen Schoss willst um Dir bei Youtube den kleinen Maulwurf anzusehen, wenn Du mit Mama und Papa „Schön dass Du da bist singst“, wenn Du jeden Morgen T-Shirt und Hose an mein Bett bringst und mich fragst, ob ich Rührei oder Tee zum Frühstück haben will, wenn ich dich auf meinen Schultern trage und Du Deine Hände um meinen Kopf schlingst, wenn Du Tilly, Deinem Stoffkrokodil, das Maul mit Labello eincremst, oder ihr aus Deinen Bücher vorliest, wenn Du ganz aufgeregt wirst weil Freunde zu Besuch kommen und Du es kaum erwarten kannst bis sie da sind, wenn, wenn, wenn, wenn… Ich liebe dich.

  • So lange nichts mehr …

    Vollmond

    und schon wieder ein Vollmond. Ui, ui ui … jetzt bin ich ganz erschrocken, als ich sah wann ich den letzten Beitrag geschrieben habe. Da gäbe es ja so viel zu erzählen. Jeder Tag bringt was neues, was erwähnenswertes, was merkwürdige mit sich. Aber wenn Felix am Abend sich seinem Traumland hingibt, bin ich immer so was von müde, so in etwa als ob ich einen Luftballon die Luft raus lasse: so fühle ich mich meistens. Das einzige was ich dann herbeiersehne ist liegen, ruhen ein bisschen plaudern und schlafen. Dafür sind die Tagesbginne immer sehr energievoll. Hat ja auch was.

    Felix, unser Felix. Seine Sprache entwickelt sich rasant. Jeder Tag bringt neue Worte. Sätze mit 5 -6 Worte sind normal. Wir können mit ihm schon so eine richtig kleine Konversation führen. Er liebt es zu erzählen und er liebt es, wenn wir ihm etwas erzählen. Am Abend im Bett erzählen wir, bevor das Licht ausgeschaltet wird, den ganzen Tag. Der Anfang ist immer: „Zuerst sind wir aufgewacht. Dann haben wir Guten Morgen gesagt. Dann ist die Mama in die Küche gegangen und hat Frühstück gemacht: Tee für Papa, Milch für Felix und Kaffee für Mama. Ein Brot mit Käse. Dann hat der Felix ein bisschen gespielt. Dann ab ins Bad anziehen: mit Papa Zähne putzen, Mama zieht sich an und Papa. Dann sind wir in die Casa Latina gefahren …“ Ab hier bekommt die Tagesgeschichte dann immer eine individuelle Wendung, je nachdem was wir so unternommen und wen wir getroffen haben. Der Schluss:“Und jetzt sind wir im Bett. Und was machen wir im Bett? Ja – schlafen. Also gute Nacht mein Schatz. Träume schön. Ich träum von …. und du?“ Dann Licht aus. Augen zu. Und zehn Minuten später entspanntes, tiefes Atmen. Und wenn ich ihn dann anschaue, ihm sanft über die Wangen streichle, dann ist es als ob hier ein Engel schläft. Dieses Bündel Energie eingetaucht in sanfester Sanftmut und Umschuld. Es sind solche Momente, die mir viel Kraft verleihen. Diese Momente sind so schön und so friedvoll. Und jeden Tag, wirklich jeden Tag wenn Michael oder ich aus seinem Zimmer kommen, ist der erste Satz: „Na, der ist so was von süss, so ein Schnuggele. Zum Busseln.“

    Es ist gerade die ICH, MEIN, FELIX ALLEINE Phase. Er lotet Grenzen aus. Es gibt oft Tage, da könnte man meinen sein Name ist „Nein“. Die Abhilfe ist liebevolles, konsequentes Handeln. Aber das kostet oft wirklich viel viel Kraft und hie und da sind meine Nerven ziemlich strapaziert. Da würde ich ihn am liebsten mal kurz zum Momd schießen – wenn ich das mal so salopp sagen darf. Es gibt Situationen das bekommt er Zornausbrüche und ich Zornausbrüche – und da hilft mir folgendes: also dann sag ich zu Felix: „So, Felix ich bin jetzt ziemlich zornig. Ich brauch jetzt mal Ruhe. 10 Minuten. Ich stell das Glockele (Wecker) und bis das Glockele läutet möcht ich nichts reden. Und du kannst spielen.“ Und es funktioniert. Ich kann mal richtig durchatmen und mich sammeln und er irgendwie auch. Aber immer klappts dann auch nicht.

    Jeder Tag bleibt spannend. Jeder Tag ist neu und anders. Nicht nur für Felix, auch für uns.

  • Casa Latina

    Das Bedürfnis nach mehr Zeit für mich und auch für Michael und mich ist in den letzten Wochen groß geworden. Ich merke auch, dass Felix nach Kindern verlangt und sich mit diesen umgeben will. Sobald er Kinderstimmen hört möchte er sofort hin, wenn wir am Spielplatz vorbei gehen, sagt er „Mama, Tinda“ (Mama, Kinder). Wir haben uns entschlossen Felix halbtags in eine Kindergruppe zu geben. Ja aber wohin? Wo ist es gut für ihn? Wird er gefördert und unterstützt? Viele dieser Fragen kamen hoch. Und dann auf der Suche kam ich auf die Casa Latina. Die Website sprach in ihrem Stil für mich schon Worte. Die geschriebenen Worte darin einfach und klar verständlich. Gleich hatte ich ein angenehmes Gefühl und rufte sofort an. Lucia, die Leiterin war am anderen Ende – sehr freundlich und gestern hatten wir den Besichtungstermin. Felix war ganz aufgeregt – er wollte gar nicht mehr weg. Michael und ich waren sehr angetan von der liebevollen Atmosphäre, dem Miteinander, der Unafdringlichkeit und Einfachheit und Selbstverständnis wie mit den Kindern umgegangen wird. Außerdem wird dor in zwei Sprachen kommunziert: Deutsch und Spanisch. Und das -obwohl gar nicht beabsichtigt- freut mich auch sehr. Das heißt Mama und Papa werden von Ixi und mit Ixi Spanisch lernen. Ab August gehts los. Wir haben ein gutes Gefühl.

  • Ein Stück Unabhängigkeit mehr

    Ixi geht

    Der Radius der Unabhängigkeit wird immer größer. Und Ixi geht stetig seinen Weg. Seit gestern gibt es kein „Busi“ mehr. Am Dienstag hab ich ihn darauf vorbereitet. Gestern früh gab es zwar noch lautstarke Proteste, aber schon am abend war es gut. Ixi sucht vermehrt meine Nähe und kuschelt sich in den Busen hinein – und ich bin da und kuschle mit ihm. Wir haben beide unsere Stillzeit genossen bis zuletzt. Es war eine wundervolle Erfahrung. Auch bei mir sind einige Tränen geflossen. Gerade eben hab ich ihm ins Bett gebracht. Er schaut mich an und fragt mit seiner süßen Stimme: „Buus?“. Ich sage: „Busi ist aus mein Schatz.“ Er kuschelt sich zu mir, ich singe „Schlaf Kindlein Schlaf“ und dann höre ich seinen tiefen, gleichmäßigen Atem, der ihn in hoffentlich in liebevolle Träume führt. Gute Nacht, schlaf gut.

  • Vergissmeinnicht

    Vergissmeinnicht

    erinnern mich an mein Kindsein, an die duftenden und üppig bewachsenen Blumenwiesen. Wie oft hab ich mich da herumgetollt und hab meiner Mama Schlüsselblumen und Vergissmeinnicht mitgebracht. So unscheinbar und so schön sind diese blauen Blümlein.

  • Frau Speibi hat sich verabschiedet

    Gestern, endlich, hat sich Frau Speibi entschlossen wieder nach Hause zu fahren. Ich glaub ja insgeheim sie wird einem anderen Kind einen Besuch abstatten…? Herr Durchfall hat mir versprochen morgen zu verreisen. Wir sind alle sehr erleichtert. Und Ixi hat wieder richtigen Hunger auf alles.

    Als ich gestern in unserer Apotheke hier ums Eck war, sehr ich dort den Satz groß und plakativ auf der Wand:

    ALLER ARZNEI ZUGRUNDE LIEGT DIE LIEBE (Paracelsus)

    Ich steh da uns lese den Satz einige Male kurz bevor mich die Apohekerin fragte: was kann ich für sie tun? Ich nickte zustimmend. In diesem Satz liegt soviel Wahrheit. Diesen Paracelsus, den muss ich mir mal näher zu Gemüte bringen, ein interessanter uns visionäre Mensch.

  • Besuch von Frau Speibi und Herrn Durchfall

    Unser kleiner Schatz hat einfach mal eine unstabile Phase. Kaum war der Husten und das Fieber gut ausgeheilt hat ihn Frau Speibi und Herr Durchfall besucht. Und der Besuch dauert jetzt schon fast eine Woche. Ziemlich lang für einen unangemeldeten!! Und Mama? ja Mama wäscht und wäscht und wäscht Bettwäsche von Frau Erbrechen und Leiberln von Herrn Durchfall. Pfuhhh. Und dann ist es noch ganz wichtig bei Ixi zu sein, der bei Mama sein will. Momentan eine Phase, die es in sich hat und anstrengend ist. Und wenn der Tag zu Ende ist und ich todmüde ins Bett falle, war es trotz allem ein erfüllter Tag und ich freue mich so sehr auf den nächsten.

    Ich komm derzeit ja auch nicht zum schreiben, denn wenn Ixi mal schläft, dann setzt ich mich nieder und trink einen Tee, oder mach Ordnung oder ich sitze einfach nur da am Boden und atme ein uns aus und genieße die Leere, die Ruhe.

    Auf jeden Fall Ixi macht riesen Sprünge. Er versucht schon so viel nachzureden. Vorgestern war Nino da und plötzlich sagt er „NIO“ und zeigt auf Nino. Oder gestern in der Küche: ich koche und sage zu Ixi: „Jetzt brauchen wir noch Mehl, mein Schatz.“ Ixi startet los macht die unterste Lade auf, sagt „Mama, daaaaa“ und zeigt auf die Mehldose. Ich stehe da mit offenen Augen und großen Ohre. Ja, ja er versteht wirklich schon viel mehr als wir uns alle vorstellen können. Wir freuen uns schon, wenn wir wieder Kinder treffen können. Und ich wünsche mir, dass Ixi bald wieder ganz gesund wird. Und zur kleinen Aufmunterung hier ein Filmchen über „Zitronen und was sich sonst noch alles tut“. Viel Vergnügen.

  • Rot wie die Zeit

    Rot wie die Zeit

    Als ich heute die Augen aufgeschlagen haben und noch so ein bisschen im Bett gelegen bin, hab ich wie so oft in letzter Zeit über die Zeit nachgedacht. Was wäre, hätten unsere Vorahnen nie die Zeit definiert? Es gäbe keine Uhrzeit, keine Kalendertage, keine Jahre, keine Geburtstage … Ich fühl mich seit Ixi bei uns ist in einer zeitlosen Dimension. Es ist so als wäre alles ein ganz langer Tag, der nicht aufhört. Mit Höhen und Tiefen. Längen und Kürzen. Lachen und Weinen. Glück und Unglück. Alles fließt und läuft und bewegt sich. Menschen kommen, Menschen gehen. Alles hat seinen eingenen Rhythmus und ist in Ordnung. Ich genieße es. Wenn ich mich dann wieder auf die Zeit besinne, ja dann bekomme ich gar Angst und Druck. Versäume ich wohl nichts? Was alles hab ich nicht gemacht, was ich mir vorgenommen habe?

    Ixi ist noch immer nicht auf dem Damm. Er ist so ganz ganz arm und will immer ganz nah bei mir seine. Das kann er auch der kleine Engel. Der Husten ist anstrengend. Der Schnupfen vestopft die Nase. Und so verbringen wir unsere Zeit mit Kuscheln, im Bett liegen, spielen, Ölwickel, mit Globuli essen, Inhalieren, viel Trinken und schlafen. Er hat keinen Appetit außer auf das „Busi“ und das ist auch OK. Ich bin froh, denn dann brauch ich mir keine Sorgen machen, dass er zuwenig Flüssigkeit zu sich nimmt. Busi stillt auch den Hunger. In der Nacht da schläft Ixi ganz ohne „Busi“ und trotz kranksein durch.

    Papa ist heute in München bei einer Besprechung für ein neues interessantes Projekt. Ich denke viel an ihn. Ixi und ich haben beim Frühstück „Daumendrücken“ gespielt und Glück an den Papa verschickt. Hoffentlich ist es zeitgerecht angekommen.
    Anlässlich der Erkältung gibt es heute eine starke, frisch und langgekochte Hühnersuppe mit Grießnockerln, die lange nicht so gut wie die von Papa sind. Aber sie sind OK.